Nun war die Kabine zusammengebaut und mit unserem Volvo FL verheiratet. Es begann der Innenausbau bzw. vorerst die Detailplanung. Wir wollten so schnell wie möglich unser Fahrzeug als Wohnmobil zulassen, um einen adäquaten Versicherungsschutz zu haben und natürlich schon die ersten Touren zu machen. Dies ging leider nur mit entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen. Also versuchten wir uns erstmal auf das notwendigste für die Wohnmobilzulassung zu beschränken. In unserem Fall waren das die folgenden Voraussetzungen:
Voraussetzungen für die Wohnmobilzulassung
nach TÜV-Verband-Merkblatt Fahrzeug und Mobilität "Anforderungen an Sonstiges Kraftfahrzeug − Wohnmobil" MB FZMO 0740:2022-08-16
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Sitze und Tisch,
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Sitze, die zu Schlafgelegenheiten geändert werden können,
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Kochmöglichkeit,
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Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen.
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Jeder separate Wohnraum muss mit einer Fluchtmöglichkeit versehen sein, die einen direkten Zugang zur Außenseite des Wohnmo- bils gewährleistet.
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Der bewohnbare Raum muss mit einer Sicherheitslüftung (DIN EN 721) ausgestattet sein.
Nach einem Besichtigungstermin mit unserem zuständigen TÜV-Mann konnten wir die für uns geltenden Anforderungen konkretisieren.
Da wir ja einen Alkoven und auch das Bett bereits beim Kabinenzusammenbau integriert hatten, waren die Schlafgelegenheiten (2.) kein Problem - also schon vorhanden. Als 4. Einrichtung zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen konnten wir die Heckgarage bzw. das Heckgaragenregal sowie den integrierten Zwischenboden nutzen. Da das Schlafzimmer nicht als separater Wohnraum gilt, benötigten wir dort keine zweite Fluchtmöglichkeit (5.) - obwohl Fenster dort sowieso eingebaut werden sollten. Als Sicherheitslüftung (6.) reichte für uns ein Maxxfan bzw. Superfan aus. Dementsprechend mussten wir zur Wohnmobilzulassung also (nur) noch:
1. Sitze und Tisch = Sitzecke
3. Kochmöglichkeit = Küche
einbauen. Nach langem Überlegen hatten wir uns dazu entschieden, neben dem ganzen GFK ein bisschen mehr Naturmaterialien in die Kabine zu bringen. D.h. wir haben über einen ortsnahen Händler Birke und Buche Multiplexplatten geölt verbaut. So konnten wir einfach auch soviel Material nachholen, wie wir aktuell benötigten und haben keine Lagerungsproblematik.
Erste Impressionen unseres Innenausbaus
Unsere riesige Küche mit integriertem Jackenschrank (Garderobe)
So hieß es dann: Konstruktion der Küche, Gasherdauswahl, Küchenauswahl, Küchenfronten wählen, usw. Nachdem wir bei Ikea bzgl. Küchenfronten fündig geworden sind, im Bauhaus Multiplexbalken sowie Arbeitsplatte erstanden haben und dann auch schon ein Spülbecken mit Abtropfbereich sowie 2x einen 2-flammigen Gasherd mit Wohnmobilzulassung gekauft haben, ging es langsam los. Auch die Alde-Heizungs-Konvektoren wollten natürlich hinter der Küchenzeile nicht fehlen. Einen immer wieder aktuellen Baustand der Küche mit Schubladenauszügen könnt ihr den Bildern entnehmen. In dem mittleren Teil waren wir unschlüssig, ob wir dort einenSchrank oder Schubladen einbauen möchten. Dies haben wir erstmal auf unseren ersten Touren erprobt und anschließend die Schubladen finalisiert. Nun fasst unsere Küche 8 Schubladen, davon drei mit einer 40er Höhe (Mülleimer, Töpfe & Pfannen) und fünf mit 20er Höhe.
Die Küche geht bei uns direkt in einen Jackenschrank bzw. eine Gaderobe an der Einstiegstüre über. Dieser ist nun auch komplett fertig. Wir haben bei unserem alten Camper gemerkt, dass es doch schon sehr praktisch wäre, wenn man Jacken und Schuhe direkt beim Einstieg ins Fahrzeug ablegen bzw. ausziehen kann. Gerade bei nassem Wetter schleppt man sich so nicht die Feuchtigkeit bzw. den Dreck in den Wohnraum. Schuhregale haben wir direkt in die Eingangsstufen integriert. So können direkt beim Eintreten die Schuhe ausgezogen und weggestellt werden. Eine sehr praktische Lösung wie wir finden. Hier haben wir pro Stufe Platz für ca 3-4 Paar Schuhe.
Meckern können wir auf jeden Fall nicht bei 260x62cm Arbeitsplatte mit 200cm Küchenschränken in einem Wohnmobil. Da wir aktuell noch nicht wissen, wie viel Platz wir benötigen, verzichten wir vorerst auf Oberschränke. Diese können aber natürlich bei Bedarf nachgerüstet werden.
Falls jemand den Kühlschrank sucht, der ist gegenüber der Küchenzeile neben dem Bad. Mittlerweile ist auch dieser eingezogen - eine wenig gebrauchte Samsung Kühl- Gefrier-Kombi mit No-Frost Funktion und A+++. Endlich ist auch Frau glücklich. Dieser ist am Wechselrichter entsprechend angeschlossen. Eine Kinder-Sicherung haben wir nun als Sicherung während der Fahrt intrigiert - so geht der Kühlschrank auch während der Fahrt nicht plötzlich auf. Innerhalb des Kühlschranks haben wir vorsorglich auf den Ablageflächen "Anti-Rutsch-Folie" ausgelegt und weitere Schubfächer integriert. Bisher ist uns noch kein Kühlschrankinhalt nach einer Fahrt entgegen gekommen. Hoffentlich bleibt es so.
Als Küchenrückwand haben wir uns für Aludibond entschieden. Davon hatten wir noch einiges an Material aus anderen Projekten übrig. Aktuell ist diese natürlich alufarbend - bei ausreichend Zeit, Idee und Finanzmitteln soll diese jedoch foliert werden.
Als Fenster und somit auch das Küchenfenster haben wir uns nach langen Überlegungen wieder für Dometic Seitz 4 Fenster entschieden. Wir werden die Fliegengitterproblematik einfach erst noch einmal testen und sonst selbst lösen. Dementsprechend durfte in der Küche ein Fenster der Größe 100x60 cm einziehen, um beim Spülen und Kochen die Umgebung genießen zu können.
Die Küche wurde auch um Gasabsperrhähne und den Abwasseranschluss an den Abwassertank ergänzt. Auch eine ausziehbare Steckdose wurde montiert. Hier war uns wichtig, dass diese versenkbar ist, weil wir bisher Steckdosen in der Camperküche doch nur recht selten benutzt haben. Nach den ersten Touren hat sich diese versenkbare Lösung mehr als rentiert.
Für die Gasversorgung haben wir uns in einem ersten Schritt für eine Außenstaukiste mit Gasflaschen entschieden. Diese Staukiste wurde natürlich auch schon am Zwischenrahmen angebracht. So muss beim Kippen der Kabine die Gasleitung nicht getrennt werden. Später soll die Gasflasche durch eine Festgastank ausgetauscht werden. Mal sehen wann dieser einzieht.
Auch eine Ikea Skådis-Wand ist auf der Küchenrückwand neben der Eingangstüre eingezogen. Hier finden nun Schlüssel, Stifte, Zettel und alles mögliche an Krimskrams Platz.
Natürlich dürfen auch unsere zahlreichen Kühlschrankmagnete nicht fehlen. Bei jeden´m Urlaub wird hier ein weiteres Andenken hinzugefügt.
Unsere Küche ist quasi wie ein zweiter Haushalt ausgestattet. Somit haben wir auch "richtige" Teller aus Porzellan und auch Tassen und Gläser dabei. Um ein Rappeln während der Fahrt zu verhindern, sind viele unserer Schubladen mit Schaumstoff-Inlays ausgestattet worden.
Als neustes Gadget haben wir eine Heißluftfritteuse dabei. Diese können wir natürlich auch über die Boardelektrik betreiben und so Brötchen aufbacken, Muffins oder Kuchen backen oder auch mal Pommes "frittieren".
Unser eingebauter Superfan dient über dem Herd als praktische "Dunstabzugshaube" und hat sich schon in zahlreichen Fällen ausgezahlt. Auch sehr zu empfehlen.
Für die Transportsicherung unserer Essig- und Ölflaschen haben wir uns ein 3D-konstruiertes und gedrucktes "Körbchen" gedruckt. Dort sind die Flaschen sicher untergebracht.
Rundherum sind wir mit der Küchenzeile so zufrieden, nur die ein oder anderen Teile in den Schubladen dürfen noch Ihre finalen Plätze finden.
Hier ein paar Impressionen vom Küchenbau:Hier ein paar Impressionen vom Küchenbau:
Unsere L-Sitzgruppe mit ausziehbarem Tisch
Nachdem die Küche nun einen gewissen Bauzustand erreicht hat, wurde mit der Konstruktion der Sitzecke begonnen. Um ein wenig Gewicht zu sparen und eine gute Belüftung der Polster sicherzustellen, haben wir uns für die Nutzung von Lattenrosten (70x200 cm) als Sitzflächen-Unterkonstruktion entschieden. Bei Ebay Kleinanzeigen wurden wir schnell für wirklich wenig Geld fündig.
Grundlegend haben wir uns ja für eine recht große L-Sitzecke direkt angrenzend an den Alkoven bzw. das Fahrerhaus entschieden. Ähnlich einem Sofa, damit man auch einfach mal gemütlich ein Buch lesen oder einfach mal "abhängen" kann. Gegenüberliegend soll eine kleine, weitere Sitzbank zu einem späteren Zeitpunkt mit Personenbeförderungsmöglichkeit während der Fahrt eingebaut werden. Diese lässt jedoch noch ein wenig auf sich warten.
In der Sitzgruppe bestand nun die Schwierigkeit darin, wieder die Alde-Konvektoren bzw. das Heizungsprinzip mitzudenken. Gleichzeitig durfte natürlich nicht der Platzbedarf für einen möglichen Durchstieg zwischen Kabine und Fahrerhaus fehlen. Einige Überlegungen später wurde mit dem Bau begonnen.
Verschiedenste Polsterhärten wurden Probe gesessen, Stoffe verglichen und schlussendlich haben wir uns für Kaltschaum 55/60 für die Sitzfläche entschieden. Für die Rückenlehne haben wir uns für dickere Kissen mit Wattefüllung (PowerFüll-Füllwatte) entschieden. Die Kissen haben eine Höhe von 60 cm und sind natürlich passend auf die Breite der Sitzbank genäht. Die Polster sowie Kissen haben wir alle selbst genäht, natürlich mit Polsterstoff. Wir haben uns hier für eine braun-melierten Stoff für die Sitzpolster und einen passenden petrol-melierten Polsterstoff für die Rückenlehnen von polstereibedarf-online.de entschieden. Hier wurde uns für das Campen ein Stoff mit hohem Polyesteranteil empfohlen: wegen der Lichtunempfindlichkeit sowie der höheren Luftfeuchtigkeit.
Die Sitzbank beinhaltet auch noch zahlreichen Stauraum. Dieser kann durch das Anheben der Polster sowie der Lattenroste erreicht werden. Bisher hat sich dies auch als sehr praktikabel erwiesen.
Auch zwei Fenster wurden in die Sitzgruppe eingebaut:
- 70x 110 cm Dometic Seitz4 auf der in Fahrtrichtung rechten Seite
- 70x145 cm Dominic Seitz4 auf der in Fahrtrichtung linken Seite.
Nun kann man wunderbar die Natur genießen.
Für unsere erste Tour haben wir einen alten Tisch eingepackt, um erst einmal ein Gefühl für die Größe eines Tisches zu bekommen. Während der ersten Tour haben wir uns dann Gedanken über die Konstruktion unseres Tisches gemacht. Dieser sollte natürlich eine Eierlegende Wollmilchsau sein. Unsere Anforderungen waren:
- An der Wand befestigt und in Fahrzeugrichtung verschiebbar (kleinere Kinder essen näher am Tisch - ältere Herren mit Bierbauch brauchen eher ein wenig mehr Abstand :) )
- Einklappbar und Ausziehbar: damit nicht immer der gesamte Tisch aufgebaut ist, wenn man gerade nicht isst oder ihn braucht. So kann der entstehende Platz auch mal zum Spielen, für Sport oder ähnliches verwendet werden.
- Vollständige Entfernung des Tisches: dies ist nach TÜV-Richtlinien bei einer eingebauten Sitzbank zum Personentransport aktuell erforderlich. Da ja noch die Option bestehen solle diese noch nachzurüsten, muss der Tisch auch diese Anforderung erfüllen.
Lange haben wir getüftelt, mit Dachlatten und Altholz getestet. Dann wurde der Bau vollbracht: aus Aluprofilen und einer Akazien- Echtholzplatte sowie entsprechenden Klappschanieren.
Hier ein paar Impressionen vom Bau der Sitzgruppe und der Funktionen unseres Tisches:
Unser Schlafzimmer im Heck
Da wir für die Sitzgruppe irgendwie zu große Alde-Konvektoren bestellt haben und natürlich auch im Schlafzimmer weiter machen wollten, begann auch für diesen Raum die Detailplanung. Die übrig gebliebenen Konvektoren wurden links und rechts an den Wänden bzw. im Schrank verbaut. Auch hier sieht man beim Möbelbau wieder die typischen Ausschnitte für die Luftzirkulation.
Wir haben uns bei einem Polsterer neben den Sitzpolster auch verschiedenste Kunstleder für die Deckenverkleidung angeschaut und sind hierfür auch fündig geworden. So haben wir in einem ersten Schritt neben dem Einbau eines kleineren Fensters auch die Deckenverkleidung zusammengenäht. Zusammen mit dem Filz für die Wände wurde die Deckenverkleidung verklebt (natürlich mit dem guten Würth Sprühkleber).
Die GFK Winkelprofile, die noch vom Zusammenbau der Kabine sichtbar waren, wurden mit aus dem 3D-Drucker hergestellten Leisten farblich passend überdeckt. Diese Leisten haben wir auch über viele weitere Winkelprofile geklebt.
Dann konnte der Bau einer Heizungsabdeckung und einem kleineren Eckregal beginnen. Auch der Kleiderschrank wurde konstruiert und gebaut, so dass noch eine Matratzenbreite von 180x200cm besteht. Die Kleiderschränke sind wahre Raumwunder. Ordentlich sortiert bekommt man in einen dieser Schwänke ca zwei Wäschekörbe voll Wäsche einsortiert. Also genug für gute 14 Reisetage.
Natürlich durften auch hier keine Steckdosen und Lichtleisten fehlen :)
Die Matratzen liegen auf einem Cube-Camp-Schlafsystem Lattenrost. Hiermit haben wir bereits bei unserem vorherigen Camper super Erfahrung gemacht: Ultra bequem und die Luft zirkuliert auch gut unter den Matratzen.
Der Einstieg des Schlafbereiches wurde noch mit einer halbhohen Schiebetür aufgewertet, so brauchen sich die Eltern auch keine Sorgen zu machen, dass der Nachwuchs Nachts aus dem Bett fällt. Trotzdem kann jedoch etwas Luft zirkulieren. Um ggf. auch bei früherem Schlafengehen einer Partei etwas räumliche Abtrennung zu haben, wurde der Eingangsbereich des Schlafzimmers zusätzlich mit einem abdunkelnden Vorhang ausgestattet.
Aus unserer Sicht fehlt auf der Rückwand des Schlafzimmers noch ein passendes Bild: dieses wollen wir natürlich gerne selbst im Urlaub aufnehmen und dann drucken lassen. Mal sehen, wann wir ein passendes Motiv gefunden haben.
Hier ein paar Impressionen vom Bau der Schlafzimmermöbel:
Der Fußboden, Einstieg und die restliche Garderobe
Kurz vor der ersten Tour haben wir im Baumarkt einen passenden Bodenbelag gefunden. Eigentlich wollten wir gerne Korkboden - jedoch im Design der Küchen-Arbeitsfläche (Akazie). Dies war sehr schwierig zu finden. Kurzfristig haben wir uns dann doch für Laminat im passenden Design entschieden. Gesehen, gekauft, verlegt... Jetzt haben wir auch einen leicht gedämmten Fußbodenbelag. Natürlich wurde der Boden nach Anleitung verlegt - schwimmend. Nach den ersten Touren wollten wir schauen, wie stark er sich bewegt... kein Millimeter. Somit haben wir im Anschluss noch eine Silikonfuge rundherum gezogen, damit ist er jetzt auch gegen Putzwasser gesichert.
So schön und sauber der Abschluss mittels Silikonfuge war, die Quittung haben wir dann im Winter bekommen. Bei den kalten Temperaturen, bei denen natürlich auch nicht permanent das abgestellte Fahrzeug geheizt wurde hat sich der Boden dann aufgewölbt. Somit haben wir das Silikon wieder in weiten Teilen entfernt und aktuell benötigen wir wieder einen Kantenabschluss, den wir noch nicht gefunden haben... es steht also immer etwas an.
Auch die Einstiegsstufen sind nun finalisiert: Bodenbelag und Abdeckprofile wurden angebracht und die passenden Fußmatten ausgelegt. Echt praktisch das Schuhregal im Eingang- sogar mit Beleuchtung. Für eine kleine fehlende Abdeckung muss dann bald nochmal der 3D-Drucker herhalten.
Sobald man den Einstieg passiert hat, befindet sich bei uns auf der rechten Seite in der Sitzbank integriert ein Einschubfach mit Körben: für Mützen, Handschuhe, Sonnenhüte, Einkaufstaschen und so allerlei. Auf der linken Einstiegsseite entsprechend die Garderobe mit zahlreichen Jackenhaken und integrierter Heizung, um auch nasse Kleidung trocknen zu können. (Bereits oben bei Küche beschrieben)
Hier ein paar Impressionen vom Einbau des Fußbodens und der Trittstufen:
Das (Raum)Bad
Natürlich brauch ein solcher Camper auch ein ordentliches Bad. Nach längeren Überlegungen hat der Mann gewagt eine Duschwanne aus GFK Sandwichpanele selbst zu bauen. Eine Ablaufrinne mit Siphon eingelassen, die Seitenteile zugeschnitten und alles verklebt... ähnlich der Wohnkabine, nur deutlich kleiner :) bisher ist diese dicht und erweist sich als äußerst Pflegeleicht. Mal sehen was der Langzeittest ergibt. Vor kurzem wurden die Duschwände und die Duschtasse noch Keramik-Versiegelt. Jetzt ist sie super pflegeleicht. Bei der Größe der Duschtasse von ca. 100x70cm ist auch Platz für zwei Personen unter der Dusche. Die Alde Heizung schafft auch ordentlich heißes Wasser...
Ein kleiner Badschrank mit Schubladen, einem Mülleimerfach und einem offenen Fach für Handtücher ergänzt das Bad. Auch hier wurde Fußboden verlegt und die OGO-Trockentrenntoilette fest verschraubt, Abluftschlauch verlegt und 12 Volt Anschluss angeschlossen. Die Toilette wurde so befestigt, dass man sie ab und an auch nochmal herausnehmen kann, z.B. zur jährlichen Grundsanierung :)
Beim Waschbecken haben wir auch nach langen Überlegungen ein Porzellan-Waschbecken verbaut. Eine kleine schmale Version - zum Zähneputzen und Waschen vollkommen ausreichend. Auch der Spiegel (von Jysk) durfte neben ein wenig Licht nicht fehlen. Dieser wurde fest verklebt, damit er natürlich auch während der Fahrt oder bei Bremsmanövern an Ort und Stelle bleibt.
Eine Duschtüre bzw. eine entsprechende Lösung zur Duschabtrennung musste noch her. Wir haben in unseren Wohnungen bzw. auch in unserem Haus Duschvorhänge immer als sehr unliebsam kennengelernt. Sobald man etwas wärmer duscht haben sie die Eigenschaft sich an den Körper anzuschmiegen. Und wer mag das schon gerne. Also war unsere erste Überlegung eine Duschtüre einzubauen. Dann trat die Problematik auf, dass der Badheizkörper nicht an seine ursprünglich geplante Stelle anzubringen war, somit musste er in die Dusche umziehen. Wie ungünstig, wenn man mit ihm und dem Thermostat ständig duschen muss. Also musste auch hierfür wieder eine Lösung her: ein um die Ecke laufender Duschvorhang, der jedoch in den unteren Ecken magnetisch befestigt wird, damit er eben nicht rein wehen kann und sich an den Köper schmiegt. Hilfreich war hierfür eine Ikea Gardinenschiene mit Ecklauffunktion, Metallplättchen und Magnete. Nun hält der Duschvorhang - trocknet praktisch nach dem Duschen im Bad-Wind, kann ab und an gewaschen werden und schützt auch die Heizung vor dem Wasser. Echt praktisch. Zukünftig sollen die Magnete noch im Duschvorhang eingenäht werden, dass sollte die Nutzung nochmals erleichtern.
Passend zur Gardinenschiene wurde eine 3D-gedruckte Beleuchtungsschiene integriert. Diese spendet nun das direkte Badlicht.
Die Herausforderung der Badtüre: wir wollten gerne eine Schiebetüre. Die meisten Schiebetürbeschläge sind jedoch weniger für den Einbau in Fahrzeugen geeignet, wen wundert es. Zudem sollte der Beschlag natürlich am besten eine gewisse "Einrastfuktion" haben, damit die Türe während der Fahrt nicht auf- und zu geht. Nach längeren Überlegungen haben wir uns für normale Schubladenscharniere mit integriertem Softclose entschieden, auf die wir eine Ikea Schrank Front aufgeschraubt haben. Mit einem Türgriff und einem schönen Türspiegel, einer Laufschiene am Boden und Borstendichtungen erscheint es vorerst als gute Lösung. Wir werden diese Konstruktion in der Praxis ausgiebig testen. Nach den ersten Fahrten ist alles super. Die Tür bleibt an Ort und Stelle und bewegt sich auch während der Fahrt nicht. Sie erfüllt vollkommen ihren Zweck - lediglich Laufrollen am Boden haben wir nachgerüstet.
Nach den ersten Touren haben wir festgestellt, dass die Belüftung des Bades durch das kleine Fenster doch sehr gering ist. So durfte noch ein Dometic Mini Heki (Dachluke) einziehen. Hierdurch können nun Ideal Gerüche und Feuchtigkeit abtransportiert werden.
Alle eingebauten Armaturen sind normale Haushaltsarmaturen und werden über die Druckwasserpumpe versorgt. Dies funktioniert einwandfrei.
Hier ein paar Impressionen vom Bad und der Schiebetüre:
Die Elektroinstallation
Nachdem immer wieder vereinzelnd Steckdosen, Lichtschalter und sonstige Elektronikteile eingebaut wurden, begann auch die Verkabelung sowie der Einbau der ersten Elektronikkomponenten. Die 8 KW Batterie wurde bereits zusammengebaut und wartet auf ihren ersten Einsatz. Nun ist der Wechselrichter eingetroffen und schon eingebaut. Zusammen mit dem familieneigenen Elektroingenieur lassen sich hier natürlich die verschiedensten Konzeptmöglichkeiten durchspielen.
Auch die Heckgarage hat bereits Licht und Steckdosen für das Aufladen der E-Bike-Akkus erhalten. Strom für den Superfan und den Kühlschrank wurde verlegt.
Wir haben nun folgende Komponenten verbaut:
- 8 KW Bausatzakku von LiFePO.shop
- Victron Multiplus 2 24-3000
- Victron Cerbo GX mit alternativ Touch Display
- Victron Tank GX in Verbindung mit Votronic Tankelektrode
- Victron Spannungswandler 24/12 Volt für Toilette und Superfan
- Flexible Unterverteilung über 4 polige Klemmschienen
- Sicherungskasten 230 Volt 12 Steckplätze
Die Elektoinstallation der PV-Anlage sah wie folgt aus:
- 4x 440W Trina Bifazial Glas-Glas Module
- 2x Victron Smart Solar MPPT 150/35
- 12x Trapezdach Halter K2 Mini Rail verklebt mit Körapop 225
Wir haben hier extra keine durchgängigen Halter gewählt, damit das Regenwasser bzw die Schneeschmelze ordentlich ablaufen kann. Zudem haben wir zwei Solarregler - sprich 2 Module pro Regler - für eine höhere Effizienz bei einer Teilüberschattung und Redundanz bei Ausfall eines Reglers verbaut.
Nun wurde auch die Außensteckdose für Fremdversorgung eingebaut, da wir auf unseren ersten Reisen einfach viel zu viel Strom hatten und somit mitfahrende Wohnmobile über PV gut versorgen konnten. Zudem ist eine Außensteckdose natürlich hilfreich, wenn Elektrogeräte wie Toaster oder Waffeleisen außerhalb des Wohnraumes betrieben werden.
Die Heizung und Warmwasserbereitung
Für uns war bereits zu Beginn des Ausbaus klar, das wir diesmal nicht auf die häufig verbauten Truma-Heizungen zurückgreifen wollten, sondern vielmehr ein Heizungssystem einzubauen planten, dass auch mind. drei Personen nacheinander ermöglicht mit warmen Wasser zu duschen. Zudem wurde uns von einigen netten Menschen sehr die Nutzung von Wasserheizungen nahegelegt - somit keine Luftheizung. Dementsprechend war klar, dass wir eine Alde-Heizung verbauen möchten. Naja, der Preis war schon ganz schön utopisch :)
Also haben wir vorerst nur die Konvektoren im Möbelbau berücksichtigt, um irgendwann bei finanziellen Mitteln den Heizkessel sowie die Verrohrung einzubauen. Wir haben folgende Konvektoren vorerst verbaut:
- Schlafzimmer 2x 160cm regulierbar über Bypass sowie vollständig abschaltbar
- Küche 2x 190cm
- Sitzbank 2x 130cm, 2x 40cm, 2x 40cm
- Unterm Tisch 100cm gekürzt auf 90cm
- Bad Handtuchhalter
Die zweifach verbauten Konvektoren wurden jeweils übereinander verbaut, um die Heizleistung zu steigern.
Dann haben wir ein Schnäppchen bei einem Händler erstanden: eine Vorführ-Alde-Heizung 3030 Plus. Diese wurde natürlich direkt verbaut und die Verrohrung vorgenommen. Dafür wurden paketweise Gummiverbinder sowie Schellen bestellt. Bei dem Heizungsrohr haben wir auf übliches 22x1mm Alurohr zurückgegriffen. Anschließend wurde das System mit Gas- und Wasseranschluss versehen, mit ca 20l Glykol - destilliertes Wasser - Gemisch gefüllt und getestet. Der Ausgleichsbehälter wurde bei uns hinter dem Kühlschrank nach Anleitung verbaut.
Nach den ersten Reisen hat sich der Einbau vollstens gelohnt: wir können selbst nach ausreichendem Spülen noch mit drei Personen warm duschen und auch der Innenraum wird beim Heizbetrieb wohlig warm - selbst bei Minustemperaturen im Außenbereich.
Der doppelte Boden - unser Stauraum im Zwischenboden
Der Zwischenboden hat in den vergangenen Tagen einige Staufachklappen (Mekuwa 2011er Serie) erhalten. Wir haben vorerst drei Staufachklappen auf der linken Fahrzeugseite verbaut. So kommen wir an die Ver- und Entsorgung sowie den Stauraum ran.
Auf der rechten Fahrzeugseite wurde vorerst nur zwei Staufachklappen gesetzt. Eine weitere kann hier aber auch noch folgen. Unsere Verschlüsse haben wir separat gekauft: STS Drehspanverschlüsse SlimLine in weiß mit einem Schließzylinder Satz von Zadi.
Nach einem kurzen Besuch bei nomadcampers (dem Bausatzhersteller unserer Kabine) im schönen Schwarzwald haben wir den Tipp bekommen, die Staubdichtung der Mekuwa-Staufachklappenrahmen mit Entwässerungslöchern zu versehen. Andernfalls kann durch die Kapillarwirkung Regenwasser in den Innenraum gelangen. Dies ist bei uns tatsächlich auch passiert. Für die Entwässerungslöcher wurde einfach eine handelsübliche Lochzange verwendet. Dieser Tipp ist wirklich Gold wert!
Der vordere Zwischenboden wurde noch mit Teppichboden ausgestattet - so können transportierte Gegenstände den Boden nicht verkratzen und rutschen tatsächlich deutlich weniger. Stühle und Tische sowie Euroboxen transportieren wir einfach lose im Zwischenboden, diese sind nicht zusätzlich irgendwie befestigt. Klappt super und das Be- und Entladen ist auch viel einfacher.
Im Zwischenboden ist neben der Elektoinstallation auch die Wasserver- und entsorgung untergebracht. Kurz nach Fertigstellung der Kabine sind die beiden 310l Tanks von Morelo mit Dom eingebaut worden. Diese sind in den Alu Konstruktionsprofilen untergebracht und befestigt. Ein Tank entsprechend für Frischwasser, einer für Abwasser. Ablasshähne beider Wassertanks und Frischwassereinspeisung haben wir vorerst im Zwischenboden untergebracht: heißt über Öffnen der Staufachklappe sind diese Hähne erreichbar. So haben wir weniger "Löcher" in der Außenhaut. Natürlich wurden auch Tankentlüftungen und Tanksensoren verbaut.
Die Heckgarage
Auch die Heckgarage wurde mit einem Teppichboden ausgestattet. Natürlich sollten auch die Fahrräder mit auf unsere erste Tour - somit durfte der Fahrradträger in der Heckgarage nicht fehlen. Da wir für unsere Anfoderungen auf dem Markt nicht das passende finden konnten, haben wir natürlich wieder selbst konstruiert und gewerkelt.
So wurde der Fahrradträger für einen späteren Auszug - mit Schwerlastauszügen konstruiert. Recht groß angelegt aktuell für zwei E-Bikes und ein Kinderfahrrad. Vor Kopf könnte noch der Thule Fahrradwagen später Platz finden. Die Schienen sind verschiebbar und somit auf die Fahrradreifenbreite anpassbar. Als "Wanne" haben wir uns für Aludibond entschieden - so können auch nasse und dreckige Räder mitgenommen werden, ohne alles einzusauen.
Für die erste Tour war er erstmal am Heckregal befestigt und alles eher "provisorisch" und zum testen. Nach den ersten Touren haben wir festgestellt, dass diese Bauweise schon sehr praktikabel ist, man jedoch mehr Platz zum Heckregal hin benötigt. Somit wurde dieser Abstand vergrößert und aktuell verzichten wir erstmal auf den Vollauszug, da auch so die Be- und Entladung der Räder gut funktioniert.
Da die Heckgarage groß genug ist, musste der Thule Fahrradwagen gar nicht mit auf dem Fahrradträger Platz finden, sondern liegt einfach entspannt daneben. Das ist recht praktisch, wenn wir z.B. über Nacht einfach nur mal den Fahrradwagen reinstellen, dann muss er noch nicht mal zusammen geklappt werden.
Die gesamte hintere Wand wurde zu einem Euroboxenregal verwandelt. Dort finden zahlreiche Boxen Platz um allerhand Krempel mitzunehmen. Um nun alles passend zu verstauen und wiederzufinden, haben wir begonnen die Euroboxen zu katalogisieren. So hat alles seinen Platz, wir können vor einer Abfahrt kurz checken ob alles in der entsprechenden Box ist und finden es auch während der Touren wieder. Es hat sich als äußerst praktisch herausgestellt.
Was fehlt noch? Ein paar Gimmicks... zum Beispiel:
- Einbau eines Gastank
- Ggf. 2.Sitzbank und Durchstieg
- Außenfolierung
- Leisten, Blenden, Silikon
- Wasserfilter bzw. Reinigungsanlage
und irgendwas fällt uns immer noch ein...
Also geht der Bau weiter. Wir werden euch regelmäßig auf dem aktuellen Stand halten :) Wie regelmäßig schauen wir mal, wie wir es zeitlich schaffen.
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